bewegung macht laune - jetzt in echt?

Niemals hätte ich gedacht, dass ich jemals in meinem Leben sowas wie sportlich werden würde. Oder generell Bewegung gut finden könnte, die über den Weg von der Couch zum Kühlschrank hinausreicht. Am liebsten habe ich früher meine Urlaube tatsächlich einfach nur liegend am Strand verbracht. Ausschließlich. Mein Traumurlaub bestand darin in den Süden, europäisch, zu fliegen. Mein erster Flug allein mit Freundin ging damals in die Türkei, nach Alanya. Zwei Wochen. Unser Tagesablauf war geprägt von den Buffetzeiten und den Eincreme Intervallen.  Das war gegen Ende der 90er Jahre. Über Mittag untern Sonnenschirm, davor und danach Sonne satt. Ein Sprung ins Wasser, schnell unter die Stranddusche, Badelatschen nicht vergessen. Der Sand war am Brennen. Wir auch, im Nachhinein würde ich behaupten, wir waren recht hot anzuschauen, kleine Bikinis, braungebrannt. Es war eine Pauschalreise, die vorletzte meines Lebens. Wir hatten schon Spaß, jede Menge, buchten eine Einkaufstour mit dem Bus, ein Bootstrip auf welchem ich mich in den Reisebegleiter Önder "unsterblich" verlieben sollte. Die Liebelei erheiterte meinen Traumurlaub, selbstverständlich war sie mit meinem Rückflug zuende, ich lebe noch immer. Im Herbst des gleichen Jahres begann meine erste Ausbildung im Schichtdienst. Der nächste Pauschaltrip erfolgte ein Jahr darauf, diesmal sollte es Kreta sein. Ein Hotel zwischen zwei Straßen mit Baustellen, Aussicht auf einen Hinterhof. Wir buchten bei einem renomierten Reisveranstalter für Spontanreisen. In diesem Urlaub, gleiche Freundin, spielten wir Wal am Strand, wie ich den Fotos heute entnehmen kann. Bedingt durch rumliegen, Schichtdienst und Verzicht auf sonstige extra Bewegung, hatte ich einige Kilos draufgelegt. Ich denke es war am Ende dieses Urlaubes, an dem ich mir schwor, nie mehr eine Pauschalreise zu buchen. Aber zurück zum Thema. Seit dem hat Reisen für mich eine andere Bedeutung bekommen. Auch im Alltag bewege ich mich mehr, im Urlaub oder auf Reisen und generell, von Jahr zu Jahr wird es kontinuierlich mehr. Laufen, Biken, Wandern, Trekken, Schwimmen, Schnorcheln, Yoga, Deepwork. Natürlich liege ich auch noch am Strand, aber alles ist insgesamt bewegter, aktiver und macht mehr Spaß, auch das Strandliegen. Von jeder Reise bringe ich nun so viele Erlebnisse mit, dass ich mit Schreiben gar nicht hinterkomme. Die schönsten und nachhaltigsten Trips sind nun die in denen ich körperlich am aktivsten war. Aber wem erzähle ich das. Jeder muss halt seine eigenen Erfahrungen machen.